Die Möglichkeit eines WordPress-Plugins

Ich habe ein paar freie Tage. Dank minimierter Verpflichtungen ist die mögliche Freizeit maximiert und irgendwie brauchte ich etwas abwechslungsreicheres als dieselben sechs Subreddits zu refreshen in der Hoffnung, dass der nächste Beitrag all meine Probleme lösen wird.

Ich könnte das RSS-Feed Icon auf der rechten Seite korrekt ausrichten und die Blogroll/Link-Seite weiter füllen, ich könnte aber auch meine interne Liste an Kleinstprojekten abarbeiten. Das sind Ideen, die seit längerem in mir rumschwirren ohne eine festere Form als einen hastig drangetackerten Ablaufplan zu haben. Vergleichbar mit einer Schublade in die Jahr für Jahr Kleinkram geschüttet wird und die nun aufgeräumt wird.

Ohne große Abwägung entschied ich mich für ein WordPress-Plugin.

Seinerzeit, sprich vor nunmehr bestimmt schon so 20 Jahren, als ich noch ein kleiner Wald- und Wiesenentwickler war, der mehr für sich als für den schnöden Mammon Spaß daran hatte Projekte in der neuen digital-vernetzten Welt umzusetzen, versuchte ich mich an meinem ersten WordPress-Plugin. Es war eine einfache Geschichte, die es dem Webmaster eines Blogs erlaubte an vordefinierten Stellen variables HTML zu platzieren. Nix Großes, simples "Zeug rein in die Datenbank, Zeug raus aus der Datenbank". Danach wurde es bedingt komplexer, als es darum ging den Google Calendar-Stream eines Musiklabel auszulesen und daraus eine Seite der upcoming Gigs zu generieren. Das war aber auch schon das Highlight. Es flachte mit gelegentlichen Kleinigkeiten für einen auf WordPress betriebenen Online-Shop ab, bis es vollends versiegte.

Ich hatte keine eigene Itch mehr, die gescratched werden müsste, WordPress nutzte ich ebenfalls kaum noch, aber es gab eine Sache, bei der ich mir immer mal wieder dachte, dass es doch ganz nett wäre, wenn es da etwas gäbe. So lese ich regelmäßich die Videospiel-Historie des Digital Antiquarian. Der gute Mann schreibt sich ein Buch zurecht und aufmerksame Leser lassen sich in den Kommentaren zu Rechtschreibfehlern und ähnlichem aus. Die Kommentare sind aufgrund interessanter Anekdoten der eventuell involvierten Zeitzeugen immer einen Blick wert, die regelmäßigen Korrektur-Unterbrechungen machen dies oft zu einem frustrierenden Unterfangen. Ergo hatte ich die den Gedanken, dass es doch nett wäre, wenn Kommentatoren ihre Ergüsse als "nur für den Autor"-relevant markieren könnten.

Der Name "Ninja Comments" drängte sich auf, weil sich so Kommentare an den anderen Kommentatoren vorbeischleichen können; später ersetzt durch "Confidential Comments", was deskriptiver und alliterativer ist.

Nachdem der Arbeitstitel stand, verbrachte ich zu viel Zeit in diversen Suchen, um zu verifizieren, dass so etwas in der Zwischenzeit nicht bereits schon erstellt wurde. Ich wurde fündig, ließ mich aber davon nicht abhalten. Dachte mir, dass es mit zwei, drei Schnörkeln versehen als geschminkte Schwein-Alternative herhalten könnte, ohne zu sehr als kopierte Katze entlarvt zu werden. Letztlich wäre es eine Fingerübung, und die Neugierde über den jetzigen Stand der Technik (das Internet ist nicht sehr gut auf die WordPress'sche Programmierung zu sprechen) überwiegte, so dass ich mich für knapp eine Woche ransetzte.

An dieser Stelle gibt es nix zu präsentieren. Könnte man ja meinen, weil Titel und Vorgeplänkel und mehr Absätze als ein Tausendfüßer mit Pumpsfetisch (das "m" hier ist wichtig!). Stattdessen stelle man sich Ausflüchte und -reden vor, die darin enden, dass die WordPress'sche Programmierung ihrem Ruf alle Ehre macht und die Dokumentation mehr Lücken hat als die Strumpfhosensammlung eines Tausendfüßers mit entsprechendem Fetisch.

Die Mischung machen - Can you really Sweat to my Beat?

Nachdem wir im vorigem Beitrag zum Thema die Laufrichtung und Geschwindigkeit unter den Sohlen hatten, soll es diesmal um die Technik gehen. Dafür treten wir kurz behände zwei Schritte zurück und erläutern in einem, eben diesem Nebensatzkonstrukt, dass ein weiteres Kriterium, für die Wahl der beim Sport zu lauschenden Musikstücke, entscheidend ist; auf die Komposition der Mischung kommt es an!

Der menschliche Körper ist, außer beim Sprung aus dem Fenster vielleicht, nicht von jetzt auf gleich zu Höchstgeschwindigkeiten bereit. Da geht es eher graduell denn sprunghaft zu (Fenster erneut ausgeklammert). So auch beim Sport. Und dafür brauchte ich nun Mixe deren BPM nicht zu entfernt von meinem Rhythmus trommeln. Man kann da beim Stöbern und Aussortieren Glück haben, man kann aber auch einfach selbst Hand anlegen, was ich tat und im Folgenden beschreiben werde.

Es hilft technisches Gerät in Form eines DJ-Controllers parat zu haben, was in meinem Fall ein verstaubter und seltenst verwendeter Roland DJ-202 ist. Der kommt mit Serato Lite, was auf meinen Linux-Maschinen vielleicht gerade noch so unteer Wine gestartet wäre. Ich ließ den Schinken also auf der beigelegten CD-ROM und startete stattdessen direkt Mixxx. Dieses hervorragende Stück Software ist gleichzeitig mein Alternativvorschlag, für den Fall, dass jetzt kein DJ-Controller unterm Sofa schlummert. Je nach Hand-Mouse-Keyboard-Koordination vielleicht sogar die bessere Variante. Wenn weder Koordination noch Controller vorhanden sind, gäbe es bei Mixxx sogar einen Auto-DJ!

Die Black Box, die aus mehreren Musikstücken eins macht, steht also. Bleiben die zu verfütternden Stücke. Halten wir die Sache halbwegs legal, wollen aber nicht wirklich Geld ausgeben, bietet sich folgendes an:

  • via YT-DLP bei YouTube, Bandcamp & Co gefundene Titel herunterladen
  • bei Soundcloud, Hearthis & Co gefundene Titel herunterladen; da gibt es sehr viel legal frei verfügbares was direkt heruntergeladen werden kann oder über Umwege wie Klickaud oder erneut YT-DLP

Dabei kommt es mir weniger auf die Qualität der Stücke an, die bei den frei verfügbaren Titeln eher im 128er-Bereich liegen wird, als mehr darauf, dass sich zeitsparend genug Lieder finden lassen, die ein schnelles Mixen erlauben. Meine erstaunlich ertragreiche Strategie am Beispiel einiger Jumpstyle-Stücke präsentiert:

1) Wir suchen uns einen Song, der sich gut als Einstieg macht. Für Jumpstyle eignet sich zBsp irgendwas von [DJ Pat B](https://soundcloud.com/deejaypatb/. Der hat meist kostenfreie Downloads aktiviert, also alles in Butter. Nehmen wir Calabria von High Resistance.

2) Die Songs finden sich häufig in Playlists, also schauen wir uns alle Playlists an, die den Titel beinhalten. Es reicht ein /sets ans Ende der URL zu packen, will man sich das Klicken sparen. Pro-Tip: Nutzt man einen Song, der nicht zu bekannt ist, dürfte die Ausbeute geringer aber hochwertiger ausfallen!

3) Wir suchen uns eine Playlist mit ausreichend Titeln, die beim zufälligen Reinschnuppern nicht zu sehr nach Gülle riecht. Bleiben wir Pat B treu und nehmen exemplarisch die von emiel.

4) Jetzt pfeffern wir folgendes in die Command Line unseres Vertrauens: yt-dlp -t mp3 https://soundcloud.com/emiel-405384809/sets/pat-b-freestyle-playlist(Details zum "-t mp3"-Teil) und warten.

Fertig!