KMB

Sicher dat!

Eher durch Zufall bemerkte ich in dieser Woche, dass die Servereinstellungen für diesen Blog noch nicht ganz gerade gerückt waren.

Es gibt grob vereinfacht vier Möglichkeiten eine Webseite aufzurufen:

Optimal wäre, dass unabhängig davon welche genutzt wird am Ende dieser Blog hier auf dem Bildschirm erscheint. Die Adresse wird unter Umständen vom Browser oder vom Server umgeschrieben – Rom entspräche https://kmbweb.de – aber der Inhalt wird derselbe sein.

Dem war nicht so.

Ich verzichtete bei der Einrichtung dieses Blogs bewusst auf eine Verschlüsselung, die durch das “s” im “https” angestoßen wird und in vielen Browsern dazu führt, dass man ein verschloßenes Schloß in der Adresszeile präsentiert bekommt. Die Verschlüsselung würde primär nur die Kommentarfunktion des Blogs betreffen und diese Daten sind per Definition öffentlich (mit Ausnahme der E-Mail Adresse; aber verwendet da schon die eigene). So wollte ich mir eventuelle Kosten oder zeitlichen Aufwand durch Zertifikatserneuerungen bei meinem Hobbyprojekt sparen.

Diese Knausrigkeit hat aber ein stetig wachsendes Arsenal an Nachteilen; allen voran das oben beschriebene Problem, dass der Besucher statt im Blog plötzlich im nicht genutzten Webmailzugang des Servers landet. Browser machenn zudem darauf aufmerksam, dass man den Schlüssel im Schloß hat steckenlassen und warnt vor Besucht einer nicht verschlüsselten Seite in großen roten Lettern vor dem Eintritt. Auch Suchmaschinen werden immer strikter wenn man statt in Fort Knox nur in einer Sandburg haust, da wird teilweise mit schlechteren Platzierungen sanktioniert.

Nun sind Verschlüsselungen wie auch die Aufmerksamkeit, die die DSGVO auf den Datenschutz lenkte, zwei der positiveren Internet-Entwicklungen in den letzten Jahren. Im gewerblichen Kontext stehen die beiden Punkte bei mir oben auf der Tagesordnung und werden bei der Entscheidungsfindung diverser Themen (müssen Schriftarten und/oder Javascripts aus den USA eingflogen werden, sollte Google & Co das Nutzerverhalten durch Einbindung von Analytic-Skripten der Webseitenbesucher zugänglich gemacht werden, etc) berücksichtigt.

Aber im eigenen, privaten Blog?

Wie der Titel und die Adressezeile zeigt, wird diese Frage von mir generell mit Ja beantwortet, sei es am Ende nur aus dem Grund, dass einem als Webmaster daran gelegen ist, dass alle Besucher, unabhängig davon welche der vier URLs sie verwenden, direkt zum selben Ergebnis kommen.

Möchtegern Logodesigner

Gestern, dem Santo & Mab’ish #66 Mix lauschend, wurde ich so um die 1:31h-Marke rum hellhörig, weil der Beat zu geschmeidig durch meine Speaker wanderte. Da spitzte ich nicht nur die Ohren und unterbrach was mich auch immer gerade ablenkte. Als geübter Tracklist-Tieftaucher – das sich wiederholende “Reach” half ungemein – war der Titel schnell gefunden, doch war ich beim Überfliegen der Listung weniger an Stefan Ringer interessiert sondern an seinen Vorgänger, KMB.

Ein Initial-Namensvetter (quasi ein NV), der auch noch Musik machte, das bedurfte weiterer Recherchen. Die Bandcamp-Seite fand sich schnell, das vor einer Woche releaste Album für Kaytranada-Fans empfehlenswert (“endless” könnte man schleifen), und ich war beruhigt zu erfahren, dass es sich um einen jungen, aufstrebenden Künstler aus Ohio, USA, handelte und nicht um mein schlafwandelndes Alter Ego, welches des Nachts die Bässe glättet und den Hi-Hat kitzelt; brauche also eine andere Erklärung für meinen Schlafrhythmus.

Mit dem Fokus hatte ich es aber auch dort nicht. der verwendete Namenszug auf den Alben kam mir zu bekannt vor.

2011 als ich KMBWeb.de noch nutzte, um der Sozialversicherung durch ein klientenreiches Portfolio die Abwesenheit einer Scheinselbständigkeit vorzugaukeln, nutzte ich das folgende, selbsterstellte Logo (ich trieb mich damals auf zu vielen Designblogs rum und dachte mir, was die können…):

Obschon das Logo selbst keinen Red Dot Award gewinnen wird, sind die Gemeinsamkeiten zwischen der 2011er-Version und dem was der Musiker aktuell nutzt, verblüffend bis gruselig. Mein Ego Altiorem ließ keinen anderen Schluß zu, der Knabe hat seine unsere Initialen gegooglet und ist dabei in einem verstaubten Cache auf der 69ten Seite über meine Kreation gestolpert.

Hier machte sich das “aufstrebend” bezahlt. Der gute Mann hinterlässt überall seine E-Mail Adresse also mailte ich ihm. Kurze Erklärung, nix akkusatorisches (vermutlich nicht mal einen Akkusativ verwendet) überließ ich ihm großzügigst und -kotzigst alle eventuell benötigten und vorhandenen Nutzungsrechte. Keine acht Stunden später hatte ich eine Antwort in der Inbox mit einem knapp 8MB schweren Video in dem er vorführt, wie er das Logo in nicht weniger als 30 Sekunden auf seinem iPhone kreiert: Schriftart wählen (Playfair btw), Kerning reduzieren, fertig.

Ich wünschte ihm noch viel Erfolg, wusste, dass es ratsam war für den Rest des Tages Abstand vom PC zu nehmen und ging im Wald spazieren.