Konsumgüter #1

Die Mischung macht's - Can you Sweat to my Beat?

Im Rahmen des Kontrastprogramms zu meinem eher sitz- und beugebehafteten Alltag vor dem Rechner, schleife ich meinen Körper alle zwei bis zwölf Tage ins nahegelegene Fitnesstudio, um dort auf dem Epilleptischen bzw dem Laufband den Morlock zu mimen.

Dabei spielt Musik eine gewichtige Rolle.

Zum einen übertönt sie die andere Musik, die ungefragt auf die Trainierenden poltert. Diese ist - abhängig davon welche Trainer gerade Schicht schieben, wie ich vermute - mal lauter mal leiser, mal schneller mal langsamer, im Endeffekt aber selten meins. Ich bin, wie im weiteren Verlauf des Bloggens gezeigt wird (oder bereits vorab in meiner kuratierten Likeliste auf Soundcloud verlauscht werden kann) nicht zimperlich was Musikrichtungen betrifft. Aber dieses Trance / Progressive Elektrozeug aus den Studiolautsprechern verfehlt meinen Geschmack und, hier viel wichtiger, motiviert eher zum Aufgeben als zum Abgehen.

Wissenschaftlich fundiert ist hier nix (es gibt Ansätze, dass einem bekanntere Stücke stringenter an die Leine nehmen, gerade wenn's intensiver wird), aber wenn die Musik einen positiv stimmt, zwei drei Stanzen mitgeträllert werden können, bewegt sich zumindest mein Körper irgendwie runder.

Ein Vorteil der gerade elektronischeren Musikarten ist die durchgängige BeatsPerMinute-An- und Ausgabe, die in Verbindung mit den relevanten Werten auf den Trainingsgeräten (eben KilometerProStunde fürs Laufband oder UmdrehungenProMinute fürs Zirkelgerät) ein Ziel vorgeben auf welches zu ich mich hinbewegen kann. Statt groß an den Einstellungen rumzufummeln, reicht es die gerade - man kommt ja höher, schneller, weiter - relevante Geschwindigkeit oder Intensität einzustellen und ab dafür!

So stürzte mich in den Elektrodschungel. Ishkurs Karte hätte geholfen, war aber nicht nötig. Ich hatte bereits genügend Ansatzpunkte und die Route die ich nahm sah in etwa so aus:

  • Jacking House / G House :: Das hyperaktive Geschwisterpärchen des Deep House, meinem täglichen Driver während der Arbeit
  • Fidget House :: Schnelleres, hektischeres House
  • Happy Hardcore :: Für jemanden der seinerzeit Charly Lownoise & Mental Theo im neueröffneten HMV im Centro auflegen sah/hörte, war das ein No-Brainer. Bin aber außer mit den Klassikern mit dem Rest des Genres nicht ganz warm geworden.
  • Gabber :: Auch hier geht es gerne zu den Classics, die vielfältiger ausfallen und so mehr Abwechslung in der Berieselung bieten
  • Millennium :: Unterart des Gabber
  • Jumpstyle/Tekstyle :: Wir hatten hektische Housemusik, hier gibt es hektischen Gabber. Die durchgehende Bassline ist wie für den Sport geschaffen nur überschlägt sich der Crosstrainer ganz gerne mal

Es gäbe Möglichkeiten die BPM weiter nach oben zu schrauben - man denke an Uptempo oder French- und Speedcore - aber das ist mir zum einen zu viel Noise und zum anderen zu schnell. Mir geht es am Ende mehr um Distanz und Ausdauer als um Geschwindigkeit.

Mit dem Haken beim "Was ich hören will", blieb die Frage, wie ich an entsprechendes Material komme. Soundcloud lag nahe. Dort gibt es genug Sets/Mixe und entweder direkte Downloadmöglichkeiten oder eben die Variante via Klickaud oder YT-DLP.

Man muss nicht lange suchen. Schnell landet man bei Toxic Sickness, Rige Music, DJs wie J.O.E oder Thumpa & Co KG. Alleine deren regelmäßiger Output wird mich noch für einige Kilometer begleiten.

Fortsetzung folgt...